Demokratie lernen: Juniorwahl


„Demokratie zu leben, ist ein großes Privileg. Danke, dass ihr euch dafür einsetzt, dass das System bestehen bleibt!“ Mit diesen Worten brachte Ludger Banken, Bürgermeister von Rheinbach, seine Achtung vor den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern bei der Juniorwahl zum Ausdruck. Eine Gruppe von 30 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 und EF hatte die Juniorwahl am SJG gemeinsam mit den Lehrkräften Thomas Löffler, Dr. Isabelle Mensel und Barbara Haas organisiert. Banken überreichte ihnen dafür eine Urkunde.
In den Klassen, die aktuell keinen Politikunterricht haben, gaben die Wahlhelferinnen und -helfer Crash-Kurse. Sie erklärten das Wahlsystem und leiteten dazu an, die Parteiprogramme kennenzulernen. Arbeitsteilig wurden die Programme ausgewertet und in einem Gallery Walk begutachtet. In den Politik- bzw. Sozialwissenschaftskursen besprachen die Lerngruppen ebenfalls die Programme.
In einem Klassenraum war ein Wahllokal eingerichtet, die Schülerinnen und Schüler hatten zuvor ordentliche Wahlbenachrichtigungen erhalten. Die musste zusammen mit dem Schülerausweis vorgezeigt werden, erst dann gab es den Stimmzettel. „Die Juniorwahl gibt uns schon früh einen Einblick, wie Wahlen laufen, das finde ich gut“, so Zehntklässlerin Lieselotte. Vincent, ebenfalls Schüler in der Jahrgangsstufe 10, ergänzt: „Auf diese Weise waren wir genötigt, uns mit Politik zu beschäftigen. Das war gut.“ Und Schülersprecherin Lillith Kalff sagte: „Es war schon eine besondere Erfahrung, Teil der Demokratie zu sein.“

Mit großer Neugier schauen sich die Schülerinnen und Schüler die ausgezählten Ergebnisse im Foyer an. Bei der Zweitstimme entfielen auf die CDU 40 Prozent, die Grünen 14 Prozent, die SPD 13,1 Prozent, Linke 9,2 Prozent, AfD 8,8 Prozent, FD 7,7 Prozent und andere 7,1 Prozent. CDU-Kandidat Norbert Röttgen erhielt die meisten Erststimmen (253), dann folgten Ute Krupp (SPD, 76), Moritz Wächter (Grüne, 71), Roger Beckamp (Afd, 42), Heinz Peter Schulz (Linke, 41), Nicole Westig (FDP, 21), Valeksa Huland (Volt 10), Hanno von Raußendorf (BSW, 5).
Ludger Banken zeigte sich beeindruckt von der hohen Wahlbeteiligung. 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler gaben ihre Stimme ab. Und er lud die Jugendlichen ein, nach der perfekten Organisation der Wahl sich bei der Kommunalwahl als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zu betätigen. Anders als bei der Bundestagswahl dürfen dann die über 16-Jährigen auch in der „richtigen“ Wahl ihr Kreuz setzen.
